Würselen/Herzogenrath-Kohlscheid, 12.03.2019, von Sarah Goerrs

35.000 Sandsäcke für die Wurm

Während des Sturmtiefs Eberhard, dass seit Sonntag dem 10. März Schäden in NRW verursachte, wurde in Würselen ein Weg an der Wurm unterspült, so dass ein Abwasserrohr zum Vorschein kam. Die Helfer des Technischen Hilfswerkes wurden am Abend des 12. März alarmiert, um mit Hilfe von ca. 35.000 Sandsäcken den freigelegten Kanal vor dem Brechen zu sichern.

Bilder: Pressestelle Würselen & Sarah Goerres

Würselen. Seit Dienstagabend bis Donnerstag 12.28 Uhr waren in Würselen mehr als 130 Helfer der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes im Einsatz, um ein Abwasserrohr vor dem Abrutschen in die Wurm zu sichern. Die Ausspülung wurde von einer Spaziergängerin am Tag entdeckt und informierte sofort die Stadt Würselen. Dank der guten und effektiven Zusammenarbeit der Einsatzkräfte ist die Gefahr mittlerweile gebannt.

Ein Stab außergewöhnlicher Ereignisse (SAE) hatte sich nach dem Notruf am Dienstagmittag zusammengesetzt und befasste sich mit dem Problem, dass ein Abwasserkanal zu brechen drohte. Das Kanalrohr hat einen Durchmesser von 1,8 m und wurde drohte weiter von der Wurm unterspült zu werden. Eine Umweltkatastrophe stand bevor, wenn das Rohr gebrochen und die Fäkalien sich in den Fluss ergossen hätten - dies musste unbedingt verhindert werden. Das Abwasser fließt von dort Richtung Pumper Mühle in Kohlscheid und ist eines der Hauptabwasserrohre.

Der SAE traf sich regelmäßig, dabei waren 21 Experten der Städteregion, des Wasserverbands Eifel-Rur, Fachleute vom Rathaus, der Feuerwehr und des THW's. An der Einsatzstelle kämpften die Helfer vom THW und der Feuerwehr insgesamt mehr als 48 Stunden gegen die Zeit und Wassermassen. Bei Nässe, Wind und Kälte mussten sie den Erdhang so sichern, dass dieser nicht weiter ausgespült werden kann. Durch die letzten Stürme wurden einige Bäume und Äste in den Fluss getragen, die dafür sorgten das sich der Fluss beschleunigte. Einige Bäume wurden dafür genutzt um die Strömung gezielt zu verändern. Des weiteren wurde eine Sandbank abgebaggert, damit das Wasser nicht genau gegen den Hang strömt.

Die Verbindungsstraße L 23 zwischen Würselen und Herzogenrath-Kohlscheid musste aufgrund des Einsatzes komplett gesperrt werden, damit die Einsatzfahrzeuge und Helfer bei ihrer Arbeit nicht behindert wurden. So konnten die 35.000 Sandsäcke von einem Verteilplatz gefahrlos zur Einsatzstelle transportiert werden. Da der Weg von der Straße zur Einsatzstelle durchweicht war, konnten keine schweren Fahrzeuge direkt an die Einsatzstelle fahren. Eine Abbruch-Firma kam zur Hilfe und hatte mit einem Bagger und Füllkies den Weg so aufbereitet, dass der Teleskoplader des Ortsverbands Eschweiler bis auf ein paar Meter zur Einsatzstelle heranfahren konnte. Mit Hilfe einer Helfer-Kette wurden die einzelnen Sandsäcke nach vorne gebracht. Helfer im Wasser verlegten die Säcke genau auf Anweisung des Technischen Berater für Hochwasserschutz. Die Helfer im Wasser hatten einen Wasserschutz an und wurden mit Seilen gesichert. Über den Hang wurde ein Vlies gelegt und mit Sandsäcken befestigt, um ein weiteres Ausspülen von Erde zu verhindern.

Zeitgleich wurden an den Nivelsteiner Sandwerken Sandsäcke gefüllt und von dort zur Einsatzstelle transportiert. Eine Sandsack-Füllmaschine aus dem Ortsverband Schleiden beschleunigte das Füllen der 35.000 angeforderten Sandsäcke. Auch aus dem Ortsverband Herzogenrath kam Spezialausstattung: die Fachgruppe Beleuchtung sorgte mit Lichtmast und Strahlern für eine ausreichende Ausleuchtung an der Einsatzstelle. Alle Ortsverbände der Regionalstelle Aachen haben beim Einsatz geholfen, außerdem noch die Ortsverbände Mönchengladbach, Hückelhoven, Übach-Palenberg, Erkelenz und Wuppertal. Neben dem THW waren auch zahlreiche Löschzüge aus der Städteregion Aachen im Einsatz um insbesondere den enormen Personalbedarf an der Einsatzstelle zu decken.

Vom Ortsverband Herzogenrath war die Bergungsgruppe 2 um 18.10 Uhr mit dem Mannschaftslastwagen 4, vollgepackt mit Paletten Sandsäcke, als erstes ausgerückt. Kurze Zeit später wurde der restliche Technische Zug alarmiert. Es rückten aus die Bergungsgruppe 1 mit dem Gerätekraftwagen 1 und die Fachgruppe Beleuchtung mit dem Mannschaftslastwagen 3 und dem Lichtmast. Drei Helfer wurden mit dem PKW des Ortsverbandes als Lotsen nach Kohlscheid geschickt, um dort die nicht ortskundigen Ortsverbände zu den Nievelsteiner Sandwerken zu leiten.

Der technische Berater Hochwassserschutz aus Herzogenrath musste in der ersten Nacht die Verlegearbeiten beaufsichtigen und anleiten. Am Folgetag waren neben dem TZ zu den weiteren Schichten je ein Fachberater aus Herzogenrath als Verbindung in der Einsatzleitung eingesetzt.

Ein großen Dank an alle Helfer für den besonderen Einsatz und insbesondere auch deren Arbeitgeber!

Aber auch ein Dank an das Team der Teuerhof Hütt’n, die allen Helfern rund um die Uhr Verpflegung, ein Dach über dem Kopf und sanitäre Anlagen zur Verfügung gestellt haben.


  • Bilder: Pressestelle Würselen & Sarah Goerres

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