13.07.2021, von Sarah Goerres, André Zambanini, Hanno Heeskens

Es ging alles so schnell!

Der Tag an dem der westliche Teil von Deutschland in einer Katastrophe endet. Dienstag, der 13. Juli 2021 war ein Tag, den kein Helfer aus dem Ortsverband (OV) Herzogenrath so schnell vergessen wird. Kleine Flüsse wie die Vicht in Stolberg, die Inde in Eschweiler oder die Wurm in Herzogenrath wurden von einer Flut von Wasser zu reißenden Strömungen. Innerhalb weniger Stunden ist das Wasser von gut 25 Zentimeter auf über 2 Meter gestiegen und es stieg immer weiter. In der Nacht zu Donnerstag nochmal bis auf 3 Meter hoch. „Es ging alles so schnell“: Hochwasser 2021.

Herzogenrath/Stolberg/Eschweiler. 34 Helfer mit 7 Fahrzeuge über 16 Einsätze innerhalb von 18 Tagen. In den Einsatzgebieten kamen und gingen viele rote, weiße, olivfarbene und natürlich auch blaue Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet. Doch neben dem OV Stolberg und Eschweiler, war der Ortsverband Herzogenrath stetig mitten drin. Teilweise konnten die Helfer im Schichtbetrieb Fünf Einsätze parallel durchführen. Nur mit vereinten Kräften, Disziplin und Willenskraft war diese Leistung überhaupt möglich.

Der Krisenstab für die Städteregion Aachen war 24h mit ca. 20 Personen besetzt, die im Schichtbetrieb gewechselt haben. Davon waren abwechselnd Drei Fachberater aus Herzogenrath aktiv dabei. Insgesamt wurden knapp 1400 Einsatzkräfte koordiniert, davon waren zu Spitzenzeiten allein 450 THW-Kräfte. Es mussten also gleichzeitig viele unterschiedliche Menschen, zu unterschiedlich schwierigen Orten, zu verschiedenen Zeiten und mit unterschiedlichen Zielen koordiniert und eingesetzt werden. Was eine Leistung!

Doch eine großartige Leistung gilt jedem einzelnen Helfer aus dem Ortsverband Herzogenrath. Jede Gruppe und auch der Stab aus dem OV waren involviert und aktiv. Die Fachgruppe Notinstandsetzung und Notinfrastruktur war hauptsächlich in den Nächten dafür zuständig, dass alle helfenden Hände im Dunkeln sehen konnten und sorgten in Stolberg für genügend Licht. Die Bergungsgruppe sorgte für genügend Pumpkraft, half beim Räumen des Stolberger Stadtarchivs, unterstützte bei Abstützarbeiten und für spontane technische Hilfeleistung gab es auch noch freie Hände. Nicht zu vergessen ist der Zugtrupp der hauptsächlich Einsatzstellen koordiniert und geleitet hat. Jeder Helfer aus dem Ortsverband war gefragt und jeder Helfer hat mit angepackt. Es wurden sogar Helfer wieder reaktiviert, damit genügend Einsätze abgedeckt werden konnten. 

Hand in Hand haben alle Einsatzkräfte zusammen etwas Unglaubliches geleistet. Gemeinsam mit anderen wundervollen Menschen und Organisationen, konnte unterstützt und geholfen werden. Der Einsatz wird vermutlich noch länger andauern, denn das Wasser hat viel Schaden angerichtet, Schaden der teilweise nie wieder ersetzt werden kann. Doch vor allem die Helfer in blau, aus dem Ortsverband Herzogenrath, werden weiterhin ihr Bestes geben, um den Menschen zu helfen und wieder Mut zu machen. 

Ein großer Dank gilt all den Arbeitgebern, die es ermöglichen, dass jeden Tag durchschnittliche knapp 20 Helfer eingesetzt werden können. Das ist keine Selbstverständlichkeit und der Ortsverband Herzogenrath ist sehr glücklich über diese Unterstützung und Wertschätzung. Ein weiteres Danke an die Familien und Partner ohne deren Rückhalt die Helfer keine Lehrgänge oder Ausbildungen besuchen können, geschweige denn einen solch großen Einsatz bewältigen könnten. Danke!


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