Herzogenrath, 22.09.2017, von André Zambanini

Simulierter Bereitstellungsraum beim THW Herzogenrath

Am vergangenen Wochenende wurde von Freitag, dem 22.09., bis Sonntag, dem 24.09., in der Unterkunft des THW Herzogenrath ein Bereitstellungsraum im Übungsbetrieb eingerichtet. Die erstmals in dieser Form durchgeführte Wochenendübung hatte das Ziel, viele verschiedene Einsatzszenarien abzudecken um somit insbesondere auf Gruppenebene die Flexibilität im Einstellen auf neue Herausforderungen zu trainieren.

Die zweite Bergungsgruppe rückt aus dem Bereitstellungsraum aus.

Herzogenrath. Der Zugführer Lutz Förster begrüßt die angetretenen Helfer am Abend des 22.09. und weist sie in die Übungslage ein. Schwere Unwetter hätten die lokalen Behörden mit Sicherheitsaufgaben bis zum Maximum eingebunden. Da weitere Einsätze in der örtlichen Gefahrenabwehr erwartet würden, richtet das THW einen Bereitstellungsraum ein um deutlich schneller auf etwaige Anfragen reagieren zu können.

Mit dieser Information im Hinterkopf bereiten die Anwesenden 21 erwachsenen und 11 jugendlichen Helfer ihre Unterkunft für die nächsten zwei Nächte vor: Feldbetten herrichten, Verpflegungszelt aufbauen, Einsatzbereitschaft herstellen. Nach dem gemeinsamen Abendessen geht es direkt los, der Technische Zug aus Herzogenrath mit Unterstützung der Rettungshundestaffel der THW-Ortungsgruppe aus Aachen wird zum Bundeswehr-Übungsgelände nahe der NATO-Airbase in Geilenkirchen verlegt. Dort habe sich Munition in den dortigen Lagern entzündet und umgesetzt, weshalb einige Personen eingeschlossen wurden und andere sich, teilweise verwirrt, in das umliegende Gelände geflüchtet haben. Der Auftrag für unsere Helfer ist also, all diese betroffenen Personen finden, betreuen und retten. Dabei sorgt der Einsatz von leichter Pyrotechnik bei Ankunft für die passende Stimmung während provisorisch zugemauerte Durchgänge für die nötige Herausforderung beim Retten von Personen sorgt.

Nach mehr als 5 Stunden unterwegs kehren die Helfer wieder zurück in die Unterkunft und in ihre Betten. Doch der erholsame Schlaf solle nicht lange währen, um 5:28 Uhr und um 5:43 Uhr gehen die nächsten Alarme für die erste und zweite Bergungsgruppe ein. Beide Gruppen müssen Personen aus misslichen Lagen retten: die erste Bergungsgruppe eine vermeintlich betrunkene Person aus einem Baum in der Bergerstraße in Herzogenrath und die zweite Bergung zwei in ihrer Sicherung von einer Brücke hängenden Waldarbeiter im Carl-Alexander-Park in Baesweiler. In beiden Situationen ist besondere Eile geboten und höchste Aufmerksamkeit gefordert um Schlimmeres zu verhindern – nach dem frühen Wecken und in der nächtlichen Dunkelheit keine leichte Aufgabe. Aber die eingesetzten Helfer meistern ihre Aufgaben mit Bravour, einmal wird die vorbereitete Situation sogar genutzt um das Szenario ein zweites mal zu proben - diesmal mit einer anderen Rettungsmethode.

Um den Helfern ein bisschen Zeit zum Ausruhen zu geben, folgt nach dem Frühstück eine Ausbildungsphase in zwei Gruppen, so dass jeweils eine Gruppe bei Bedarf Schlaf nachholen oder einfach so entspannen kann. Andere Helfer nutzen währenddessen den Vormittag, um die kommenden Einsatzübungen am Nachmittag vorzubereiten. Hier steht ein bunter Mix von Aufgaben an, der in einer Serie von drei aufeinanderfolgenden Einsätzen zu bearbeiten ist. Sei es die eingeklemmten Personen auf dem Betriebsgelände des Sägewerk Eigelshoven in Würselen, das uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, die Suche nach vermissten Mitarbeitern nach einem simulierten Chemieunfall in einem Abbruchhaus in Merkstein oder der Wassertransport für Löscharbeiten zusammen mit der Feuerwehr Kohlscheid an der Wurm – die beiden eingesetzten Bergungsgruppen bewältigen auch hier wieder die Aufgaben mit Bravour.

Nach etwa 24 Stunden permanenter Bereitschaft mit insgesamt acht Einsatzübungen wird der Feierabend für alle in die Übung involvierten Helfer am Samstagabend mit dem Anzünden des Grills eingeläutet. So können bei erfrischenden Kaltgetränken die erlebten Situationen Revue passiert werden lassen und die allgemeine Kameradschaft gepflegt werden. Trotz, oder gerade wegen, des enorm intensiven und anstrengenden Wochenendes ist das Feedback der Helfer zur Übung durchweg positiv und es wird sicherlich nicht das letzte ihrer Art gewesen sein.

Ein besonderer Dank gilt natürlich wie immer unserer guten Fee in der Küche, die uns während des Wochenendes in gewohnter Weise „wie bei Muttern“ verpflegt hat. Außerdem natürlich ein herzliches Dankeschön an alle externen Einheiten, die teilgenommen haben, Übungsgelände, die zur Verfügung gestellt wurden, und natürlich für die vielen, vielen Stunden des Vorbereitungsteams.

Fotos: André Zambanini, Thorsten Schliewe

 


  • Die zweite Bergungsgruppe rückt aus dem Bereitstellungsraum aus.

  • Antreten zum Dienstbeginn mit Einweisung in den Bereitstellungsraum.

  • Kolonnenfahrt zum ersten Übungsgelände.

  • Lageeinweisung des Gruppenführers an seine Gruppe.

  • Die Helfer müssen sich Zugang durch eine zugemauerte Tür schaffen.

  • Die Arbeiten der Helfer werden von Pyrotechnik-Einlagen erschwert.

  • In der Ausbildungseinheit werden verschiedene Techniken trainiert, hier das Anheben von Lasten.

  • Ein Pumpübergabebecken fordert das Zusammenspiel von THW- und Feuerwehreinheiten.

  • Die zweite Bergungsgruppe macht sich auf einen Einsatz mit ausgetretenen Chemikalien bereit.

  • Die Sicht im zugenebelten Gebäude ist stark eingeschränkt - eine Stresssituation für die Helfer.

  • Auch die Kameradschaft darf nicht zu kurz kommen beim gemeinsamen Essen.

  • Ausklang der Wochenendübung mit Lagerfeuer im THW-Stil.

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